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 Burscheider Mauer ein Ringwall der Kelten

Die Burgscheider Mauer (auch Burscheider Mauer genannt) ist ein keltischer Ringwall auf der Gemarkung Landscheid. Auf einem Bergvorsprung, etwa 90 Meter über dem Kailbach, liegt sie 4 Kilometer wnw. von Landscheid mitten im Staatswald Überbüsch. Dort befinden sich Teile dieser keltischen Fliehburg sowie Siedlungsreste aus römischer Zeit (Römergrab).

 

An die Existenz des Keltenwerkes hier noch einmal erinnert werden soll, denn es ist schon lange still geworden um diesen alten Burgwall mitten im Landscheider Wald. Klaus Schmitz aus Hof Hau hat sich jahrelang um das alte keltische Bauwerk im Staatswald Landscheid gekümmert und Lageskizzen von Ackerwällen und Bauplätzen gezeichnet. Seine Vorarbeiten halfen mit, dass das Rheinische Landesmuseum Trier 1967 mit Ausgrabungen bei der Burgscheider Mauer beginnen konnte. Das Ziel war u. a. eine genaue Datierung der Mauer und die Typfeststellung. Die Ergebnisse der Ausgrabungen lassen sich in der Trierer Zeitschrift für Geschichte und Kunst des Trierer Landes und seiner Nachbargebiete, Bd. 32/1969, S. 31 bis 48, nachlesen.Die Archäologen untersuchten die Anlage der Burgscheider Mauer, auch Keltenring genannt. sowie das Umfeld genau und stellten fest, dass sie auf einem Bergrücken, der steil aus dem Kailbach aufsteigt, auf der Höhe von 366 NN, liegt und dass der Ring selbst aus einer Trockenmauer, cirka 6 m breit und cirka 1,20 Meter hoch, besteht. Innerhalb der Mauer befindet sich ein vernageltes Holzgerüst.

Mehr zur Bauart der Ringmauer

Vorgelagert ist ein cirka 6 Meter breiter Wallgraben. Diese Ringmauer wurde etwa im ersten Jahrhundert n. Chr. erbaut und galt als Fliehburg der Kelten. 100 Meter nördlich von ihr liegen unter der Erdoberfläche die Reste von etwa 4 x 4 beziehungsweise 4 x 8 Meter großen
Häusern mit gutem Mauerwerk, die cirka 100 bis 150 Jahre jünger sind als der Ringwall. In ihrer Nähe befindet sich ein gemauerter Rundbrunnen, der in dieser Höhenlage eine Besonderheit darstellt. Ungefähr 100 n. Chr. brannte der Ringwall, das Holzgerüst im Wall verkohlte. Bei weiteren Ausgrabungen wurden Bronzebecher, Trinkgläser, Weinkrüge und Amphoren gefunden, die auf einen gewisser Wohlstand hinweisen, denn die damaliger Bewohner waren überwiegend
Landwirte und Weidebauern. Die heutige Waldfläche bestand zu dieser Zeit aus Weideland und Feldern. Die Burgscheider Mauer ist für die Gemeinde Landscheid eine frühgeschichtliche Kostbarkeit, die nicht in Vergessenheit geraten darf. Es wäre schön, wenn durch mehr Öffentlichkeitsarbeit, weitergehende Forschungen oder die Durchführung gemeinsamer Projekte der örtlichen Schule mit der Forstverwaltung dieses geschichtliche Juwel allen interessierten Bürgern der Gemeinde und den vielen Wanderern im Landscheider Wald wieder näher gebracht werden könnte. Anschließend einige Fotos von der Burscheider Mauer:

( anklicken zum Vergrößern )

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Die Kelten lebten hier...

Die Kelten, ein indoeuropäisches Volk, die von den Römern auch Gallier, das heißt Kämpfer genannt wurden, besiedelten in Deutschland zuerst Südwestdeutschland und die Rheingegend. Ihre großen Wanderungen begannen sie im Jahrtausend vor Christus. Sie siedelten vor allem in Frankreich (Gallier), auf den britischen Inseln (Gälen und Briten), in Italien, in Spanien und Kleinasien (Galater).
Die Mehrheit von den Kelten wurden von den Römern unterworfen und assimiliert, eine nicht geringe Zahl führte jedoch zu Beginn des Mittelalters ein einständiges Leben.
Durch die angelsächsische Eroberung Englands wurden die Briten nach Westen gedrängt, zu Beginn des 6. Jahrhunderts entgültig besiegt und zum Verlassen ihres Landes gezwungen. Ein Teil ging in den örtlichen keltischen Stämmen von Wales und Cornwall auf, andere siedelten sich auf dem Kontinent in der Bretagne an, der sie auch den Namen gaben. Dort konvertierten sie zum Christentum, behielten aber ihre Sprache. In Irland bestand das primitive Sozialsystem der Kelten auch nach der Christianisierung und bis zur englischen Eroberung von 1172 weiter. Die Kirche war an dieses System angepaßt und trug zu seiner Erhaltung auch in der Krisenzeit der Wikingereinfälle (9. bis 10. Jahrhundert) bei. Auch nach dem Zusammenbruch der Klans unter dem Druck des englischen Feudal- und Kirchensystems bewahrte die keltische Bevölkerung ihren ethnisch-sprachlichen Charakter. In Schottland errichteten die kelten auf der Grundlage des Stammes-und Klanssystems ein Königreich. Die südlichen Teile absorbierten das Feudalsystem des anglo-normannischen England, während der kaledonische Norden weiter seine ursprüngliche Sozialstruktur bewahrte.
Die einzelnen keltischen Stämme haben sich im Laufe der Zeit mit der einheimischen Bevölkerung vermischt. Erhalten hat sich die keltische Sprache zum Teil noch in Wales, Schottland, Irland und in der französischen Bretagne, da die Kelten über 500 Jahre in Mitteleuropa seßhaft gewesen sind.
Die Kelten wanderten in der Jüngeren Eisenzeit, also etwa um 500 v. Chr. aus Frankreich kommend ins Allgäu ein. Sie siedelten hautpsächlich im Westallgäu und um Kempten. Das Allgäu zählt zu den Kerngebieten keltischer Siedlungskultur. Die Entschenburg bei Sonthofen und die Schöllanger Burg sollen einmal keltische Fliehburgen gewesen sein. Die Kelten waren hervorragende Ackerbauern, Viehzüchter und Eisenschmieder. Sie erfanden den Eisenbergbau. Als keltische Errungenschaft gelten auch das Schottenmuster, die Pferdeschwanzfrisur bei Männern und die Seife. Pferde wurden sehr verehrt und man sagt, daß sie als Reitervolk die Hose erfunden haben sollen. Außerdem waren sie geschickt in der Herstellung von Tongefäßen. Sie kannten bereits Geldmünzen und die Goldschmiedekunst.

Zusammenstellung und Fotografiert  von Uwe Nummer


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